Im Apennin kommt die Spinnweben-Hauswurz (S. arachnoideum) bis hinunter auf die Höhe von Neapel vor (Monti del Matese). Die Pflanzen auf dem Foto links wurden in den Monti Simbruini fotografiert.
Wie man an der ausgeprägten weißfilzigen Behaarung der Rosetten deutlich sehen kann, handelt es sich um die Unterart S. arachnoideum subsp. tomentosum.
Interessant, wie auch dieses Rosettenpolster auf dem bloßen Feld fortzukommen scheint.
Pescasseroli liegt im Nationalpark Abruzzen.
In diesem Nationalpark ist nicht nur die Spinnweben-Hauswurz neben vielen anderen seltenen Pflanzen zu finden, sondern es lebt dort eine andere Gämsenart als in den Alpen, die dort endemische Abruzzengämse (Rupicapra pyrenaica ornata), eine dort endemische Unterart des Braunbären (Ursus arctos marsicanus) und der Italienische Wolf (Canis lupus italicus).
Diese blühenden Spinnweben-Hauswurzen wachsen im Gran Sasso-Gebiet. Der Gran Sasso d’Italia ist das höchste Gebirgsmassiv des Apennin und damit auch der Abruzzen.
Vom Osten, von der Adria aus, wirkt das Massiv des "großen Steins Italiens" wie eine liegende Frau mit ausgeprägten Erhebungen: "La Bella Addormentata", die schlafende Schönheit, wird das Gran Sasso-Massiv daher auch genannt.
Am Hauptgipfel ist derzeit noch der südlichste Gletscher Europas anzutreffen, der Calderone.
Die gesamte Gegend ist als Nationalpark geschützt (Nationalpark Gran Sasso).
Westlich des Gran Sasso liegt der Regionalpark Sirente-Velino. Dessen Name stammt von den zwei Berggruppen Sirente und Monte Velino.
Die links angebildeten Rosetten zeigen die typischen Merkmale der Unterart S. arachnoideum subsp. tomentosum: Sie sind stark abgeflacht, relativ groß und stark spinnwebenartig-weißfilzig behaart.
Ich danke Mariangela COSTANZO, Pessano, Italien, sehr herzlich für die Fotos und für spezielle Hinweise zu den Fundorten.
23.11.2011
Manuel Werner