"...Spezielle Geheimnisse und Mystizismus hatte ein Waschtrog, gefüllt mit sandigem Boden; er war voller kleiner Rosetten mit dicken grünen Blättern. Die waren auch auf unserem Dach. Alle Häuser in unserer Roma Siedlung, unserer „Ciganmala“ hatten sie auf ihren Dächern, als wären sie mit Orden und Medaillen geschmückt. Warum und was bedeutete das? -Mein Lieber, es ist eine Pflanze voll magischer Kräfte: sie ist wie ein Amulett, also ein Schutz für unsere Häuser gegen Blitze, Hexen und Krankheiten. Auch gegen Verfluchungen, bösen Blick und gegen die Attacken von Teufeln und Vampiren. Immer, wenn ich Mittelohrentzündung und starke Schmerzen bekam, kam meine Großmutter mit Blättern vom Hauswurz, hat ein paar Tropfen in meine Ohren gepresst und ich war wieder gesund! Meine Mama hatte inzwischen schon ein halbes Kilo Tabletten und Antibiotika besorgt. Das brauchten wir nicht mehr. Jetzt verstehe ich warum die Roma immer sagen: 'Ein Hauswurz auf dem Haus ist besser als zwei Hunde vor dem Haus!'"
Aus: Jovan Nikolić: Die Geschichte vom Hauswurz. - In: Nevipe - Rundbrief des Rom e.V. Nr.59/60 (Juni/Juli 2011): 12f.
In unserer heutigen Zeit, in der kaum noch Mittel aus dem Bereich der Naturheilkunde von den Krankenkassen übernommen werden, sind wir aufgerufen, die alten bewährten Heilmittel, insbesondere Hausmittel, wieder zu entdecken. Hier ein Rezept für die Ringelblumen-Hauswurz-Salbe!
Zutaten:
Weiter braucht man:
Zubereitung:
Fettgrundsubstanz in den Topf geben und langsam auf kleinster Hitze schmelzen-
Ringelblumen-Blüten und Hauswurz-Blätter dazu geben und das Ganze etwa 20 Minuten bei ständigem Rühren zart köcheln.
Wenn die Substanz aufschäumt...
... dann den Topf von der Herdplatte nehmen, bis sich dies wieder gelegt hat.
Danach den Topf wieder auf die Herdplatte setzen und den Sud auf kleinster Hitze weiter köcheln lassen!
Nach 20 Minuten sofort die ölige Flüssigkeit durch ein Sieb in die Salbendöschen füllen!
Die Salbendöschen erst verschließen, wenn die goldgelbe Substanz erkaltet und fest ist!
Man kann diese Salbe auch ohne Hauswurzblätter herstellen.
Durch die Hauswurz wird die Salbe wider Erwarten dunkler goldgelb!
Dies kommt von der Säure.
Ob auch die Wirksamkeit verstärkt wird?
Text: Monika Schmied, Fotos: Manuel Werner. Zuerst veröffentlicht in www.nuertinger-stattzeitung.de, geringfügig verändert.
Die Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) werden in der Naturheilkunde häufig verwendet. Die pharmazeutische Droge wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Weitere äußerliche Anwendung findet sie bei Hautentzündungen, schlecht heilenden Wunden, bei Quetschungen, Furunkeln und Ausschlägen.Die pharmazeutisch bedeutsamen Inhaltsstoffe der Blüten sind zum einen die Flavonoide, eine Gruppe wasserlöslicher Pflanzenfarbstoffe, deren Konzentration bis 1 % beträgt. Weiter wirksam sind Triterpensaponin, die mit 2 bis 10 % vertreten sind, Carotinoide mit bis zu 3 % und Polysaccharide mit rund 15 %. Ätherische Öle sind mit 0,2 bis 0,3 % in geringer Menge enthalten.
Die Blätter der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) werden äußerlich gegen trockene, rissige Haut, Ekzeme sowie bei Wespen- oder Nesselstichen verwendet, früher auch bei Verbrennungen.
Je nach Bedarf werden üblicherweise Blätter der Pflanze entfernt (Sempervivi tectori Herba), diese aufgeschnitten oder zerquetscht und der Saft sofort auf die Haut gerieben. Die
Hauptinhaltsstoffe der Blätter sind Gerbstoffe, Schleimstoffe, Harz, Äpfelsäure, Ameisensäure und Cumarin.
Hinweis: Sie sollten die hier angebotenen Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Die Ansicht, Heilpflanzen seien immer harmlos und pflanzliche Mittel seien grundsätzlich milde Präparate, ist nicht richtig: So können die oft neben anderen Medikamenten eingenommenen pflanzlichen Präparate auch zu schädlichen Wechselwirkungen führen. Auch ist der Wirkstoffgehalt aufgrund klimatischer, regionaler, lokaler, zeitlicher und verarbeitungsbedingter Umstände schwer zu standardisieren. So gibt es mitunter starke Schwankungen an Inhaltsstoffen, Dosis und Darreichungsart. Drogen, die in Apotheken erhältlich sind, müssen allerdings den strengen Bestimmungen des Arzneibuches entsprechen. Ihr Gehalt an Wirkstoffen ist also sichergestellt.
"All Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist"
– PARACELSUS
Sempervivum Jovibarba Hauswurz Manuel Werner Nürtingen